Sippen

Während du dein Leben auf dieser Erde lebst, versuche einiges Gute zu tun, das nach dir hier verbleiben wird. Baden-Powell Den richtigen Geist gewinnt ein Junge zu einem wesentlichen Grade durch die richtige Tätigkeit, während die Tätigkeit des Mannes durch den Geist inspiriert wird. So regen wir im Wölfling die Praxis der Durchführung guter Taten an und setzen sie beim Pfadfinder fort. Somit wird durch Handeln der Geist der Hilfsbereitschaft in ihm entwickelt. Als Rover und als Mann schließlich wird er durch den Geist angeregt, Opfer zu bringen und Hilfsbereit zu sein. (Baden-Powell, Gründer der Pfadfinderbewegung)

Welche Gruppen gibt es denn im Stamm Likedeeler?

In unserem Stamm gibt es zur Zeit eine Wölflingsmeute, eine Jungpfadfindergruppe, eine Pfadfindergruppe und die Rover/Rangerrunde.

Die Gruppen sind altersmäßig aufgeteilt.

In der Wölflingsstufe (7-10 Jahre) wird viel gespielt und gebastelt. Die Kinder erleben mit ihren Gruppenleitern die Natur und lernen ihre Fähigkeiten kennen. Gleichzeitig erfahren sie Gemeinschaft in der Gruppe. Sie müssen aufeinander eingehen und die anderen respektieren und Rücksicht üben. Als Wölfling lernt man die ersten Pfadfinderlieder kennen, damit man in den Singerunden auch ordentlich mitsingen kann! Als Spielidee für die Wölflinge gibt es das Dschungelbuch. Die Geschichte erzählt, wie der Menschenjunge Mowgli bei den Wölfen aufwächst – daher auch der Name Wölflinge. Durch ihre Anwesenheit beim Stammesthing aber auch in der wöchentlichen Gruppenstunde lernen sie, Demokratie zu leben. Es gibt immer Leute, mit denen man besser auskommt als mit anderen, aber dass man diese Personen dann nicht ausschließt, sondern versucht, auf sie zu zu gehen, das ist ebenfalls eine wichtige Erfahrung der Jüngsten im Stamm. Die Wölflinge veranstalten Schlafnächte und Meutenabende und sind natürlich auch mit von der Partie, wenn’s auf Pfingstlager geht. In der Wölflingsprobe werden auch Kategorien wie Christliches und Allgemeinwissen abgefragt. Die Wölflinge sind zu erkennen am blau-roten Tuch, welches sie nach bestandener Wölflingsprobe verliehen bekommen. Dabei legen sie ihr Wölflingsversprechen ab.

Die Jungpfadfinderstufe (10-14 Jahre) legt sofort los mit Pfadfindertechniken. Natürlich wird noch immer gespielt und gebastelt, aber daneben stehen ab sofort auch Kenntnisse über Lagerbauten, Geschichte der Pfadfinderei, der deutschen Jugendbewegung insbesondere, Knotenkunde, Feuerkunde, usw. auf dem Plan. In den Gruppenstunden wird intensiv für die Jungpfadfinderprüfung geübt und es darf der Vorkurs besucht werden, bei dem erster Kontakt auf Landesebene aufgenommen werden kann. Für viele Jungpfadfinder ist der Vorkurs ein einschneidendes Erlebnis, welches sie unglaublich motiviert. Auch im Stamm wird jetzt mehr Verantwortung übernommen: Ämter wie Chronist und Landesratsdelegierter werden von Jungpfadfindern bekleidet. Jetzt geht es im Übrigen auch raus von zu Haus! Die Gruppe geht mit ihrer Gruppenleitung auf Fahrt – Hajken und eigene kleine Sippenlager sind elementar für den Zusammenhalt in der Gruppe. Erlebnisse schweißen zusammen und wer schon einmal seinen Rucksack über eine weite Strecke selber schleppen musste, weiß auch, warum es ein Pfadfindergesetz zur Sparsamkeit gibt. Ältere Jungpfadfinder können auch eine Sippenassistenz bei den Jüngeren übernehmen und deren Gruppenleitern in den wöchentlichen Gruppenstunden unter die Arme greifen. In der Jungpfadfinderstufe bauen die Jugendlichen ihre Fähigkeiten aus, nutzen ihre Talente und lassen sich auf neue Situationen ein – sie erleben sich selbst. Auch der christliche Glauben wird thematisiert. Viele gehen gleichzeitig zum Konfirmandenunterricht – in den Gruppenstunden wird dieses Wissen noch einmal vertieft. Als Jungpfadfinder führt man sein Handbuch weiter und schreibt sein Wissen auf – denn man muss nicht alles wissen, aber man muss wissen, wo es steht! Jungpfadfindersein bedeutet seinen Platz in der Gemeinschaft finden und seine Talente einzubringen.

Das Thema der Pfadfinderstufe (14-16 Jahre) heißt ganz klar: Abenteuer! Die Pfadfindertechniken, die man als Jupfi noch geübt hat, werden jetzt angewandt und zwar so oft es geht: Auf Lager und Fahrt. Jetzt kann es auch schon einmal in Ausland gehen, neue Bekanntschaften machen, sich engagieren auf Stammes- wie auch auf Landesebene, das alles ist Inhalt unserer Pfadi-Stufe. Als Pfadfinder kann man den Grundkurs besuchen und dabei die Juleica erwerben – und damit eine eigene Gruppe aufmachen! Man gibt sein Wissen weiter an Jüngere im Stamm und erweitert seine eigenen Fähigkeiten auf Seminaren und Kursen. Die Stufe leitet sich selbst, es gibt keine explizieten Gruppenleiter mehr, jemand aus den eigenen “Reihen” kümmert sich um passende Inhalte. es wird viel gekocht, gesungen und Pfadfindertechnik vertieft. Die in der Prüfungsordnung festgelegten Anforderungen, um das blau-dunkelgrüne Tuch zu bekommen, sind schon ganz schön schwierig. Es geht um Sternenbilder, Details aus Bipis Leben, Reflexionen über eigene Aktionen, weiterhin den christlichen Glauben und allerlei Allgemeinwissen, welches so mancher Erwachsene nicht so einfach aus dem Ärmel schüttelt. Als Pfadfinder trägt man das blaue Tuch, welches Verantwortung mit sich bringt. Unseren Wölflingen wird beigebracht, dass sie sich im Falle eines Falles immer an die “Leute mit den blau-grünen Tüchern oder die mit dem dunkelroten Streifen ” wenden können – diese müssen dementsprechend auch auf Zack sein. Abenteuer bedeutet auch, sich auf neue Pfade zu begeben: Jamboree heißt das Zauberwort. Auf dem internationalen Lager werden neue Bekanntschaften geknüpft und andere Pfadfinderkulturen entdeckt. Als Pfadfinder belegt man noch verantwortungsvollere Ämter: LV-Delegation, Kassenwart, Materialwart, etc. außerdem kann man in die Stammesleitung gewählt werden, ein Amt, welches zwar Spaß macht, aber auch Arbeit mit sich bringt. Nicht selten bilden sich auch außerhalb des Stammes Freundschaften, die ewig halten. Man freut sich, bei verschiedenen Aktionen neue Leute kennenzulernen. Viele sagen, dies sei die spannendste Zeit im Leben eines Pfadfinders.

Die Rover und Ranger (ab 16) im Stamm treffen sich in ihrer Runde ebenfalls einmal in der Woche. Sie bekleiden verschiedene Ämter, leiten eigene Gruppen und führen neuerdings auch Projekte durch. Diese beinhalten mal politische, aber auch christliche, ökologische und andere Themen, die wichtig sind. Die R/R-Stufe ist die tragende Stufe sowohl im Stamm als auch im Land – R/R brechen auf, um auch auf Landesebene Beauftragungen zu übernehmen. Sie können sich bei der Gestaltung vom Pfingstlager nützlich machen und mit Ideen die Arbeit in SH unterstützen. In der R/R-Runde werden die Stammesaktionen geplant: Zuschüsse beantragen, Plätze aussuchen, Anmeldungen tippen, Ansprechpartner für Eltern sein, mit Pastor und Gemeinde im Kontakt stehen, … Gleichzeitig steht aber auch hier wieder Persönlichkeitsfindung im Vordergrund. Bei der R/R-Wache, einsam in der Kothe, überdenken sie ihren Platz in der Gesellschaft, ihre Vergangenheit und Zukunft als Pfadfinder. Und dass man ab dieser Stufe keinen Spaß mehr hat, ist eine Lüge: als R/R hat man erst Recht Spaß, weil man eben nicht mehr über die Konstruktion einer Kothe oder die Anleitung zum Knoten nachdenken muss. R/R hinterfragen Geschehnisse und setzen sich für eine gerechtere Gesellschaft ein. “Versuche, die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als du sie vorgefunden hast” – Diesem Zitat von BP folgen die R/R.