Pfadiade – Ein olympisches Pfingstlager

Das traditionelle Landespfingstlager des VCP-SH fand dieses Jahr auf dem Zeltplatz Tydal in der Nähe von Tarp statt. Mit 19 Likedeelern und unserem Gast Anka aus Glückstadt, nahmen wir nun zum zweiten Mal an diesem großen Event mit über 500 Pfadfindern teil.

Freitag, 29.05.09

Wir trafen uns um 15:30 Uhr an St. Peter, um in Fahrgemeinschaften mit unterstützung von fleißigen Mamis und Papis zum Zeltplatz aufzubrechen. Da leider die Autobahnabfahrt Tarp gesperrt war, dauerte das alles ein wenig länger. Ich hab mir übrigens so einen Namen eingehandelt, den ich wohl nur schwer wieder loswerde. Fieps (Hanna) Navi wollte uns stetig auf die Autobahn schicken, obwohl wir dort wie gesagt nicht langfahren konnten. Nach einiger Zeit war ich dann so genervt von der Situation, dass ich anfing, fiep einfach nach Karte zu lotsen. Als wir dann endlich auf den Parkplatz fuhren, rief ich überglücklich: „Leute, wir haben’s. Nennt mich Navi!“ Ja, toll. Und das taten dann auch viele.

Lea mit unserem Beil: Likendeeler III

Lea mit unserem Beil: Likendeeler III

Pascal und crest hatten glücklicherweise schon Donnerstag unsere Kothe und Jurte aufgebaut, sodass jetzt nur noch eine Kothe errichtet werden musste. Das Material dazu lieh uns der Stamm Elsmhorn (corny und Rainer), die sich mit uns einen Lagerplatz teilten.
Nachdem die Kothen von Wölflingen und Jungpfadfindern und die Jurte von Pfadfindern und R/R bezogen worden war, gab es das erste Abendessen und natürlich den Begrüßungsabend. Folke (Leck, „Die Falken“), der die Lagerleitung machte, brachte uns den Lagerschlager bei und erklärte uns das Programm: Es würde eine Pfadiade für die unterschiedlichen Stufen geben, einen Tschaipfad, den Offenen Topf und natürlich den Singewettstreit und das Schubkarrenrennen, an dem wir mit unserem getunten Modell teilnahmen. Zum Bannerklauen meldeten sich neben unserem leider nur die Stämme Ansgar und St. Michael, sodass Aktionen dahingehend eher ausblieben. Eine Nachtwache sollte es trotzdem geben – die anderen gingen schlafen.

Samstag, 30.05.09

Dieser Tag sollte unser Tag werden! Zwar nahmen wir nicht an der Pfadiade der Ranger und Rover teil, aber wir halfen beim Wettsägen und auch beim Historischen Quiz „Anno domine“, bei dem wirklich krasse Fragen gestellt wurden. Wisst ihr auf Anhieb, wann der Prager Fenstersturz war oder wann die Pyramiden von Gizeh erbaut wurden? Die Antworten zur letzten Frage, nämlich wann die Pfadfinderei gegründet worden sei, schockierten mich allerdings: von 1800 bis 2002 war so ziemlich alles dabei.

Frühsport zum Wachwerden: Up&Down

Frühsport zum Wachwerden: Up&Down

Sicherlich: Viele wussten die richtige Antwort (1907), andere trugen den Jubiläumsaufnäher auf der Brust und schrieben bei der Antwort 2002. Im Lager liefen derweilen die Vorbereitungen für unsere Teilnahme am Schubkarrenrennen. Unsere Karre war dieses Jahr gepimpt wie noch nie: Die Schale wurde für besseren Schubkomfort umgedreht, es wurden zwei Gurte angebaut und unten eine Fußstange angeschweißt. Auf den Namen „Likendeeler II“ getauft, nahmen Felsenheimer, Liesbeth und crest teil und konnten sich in der Vorrunde durch absolut geniales Fahrverhalten für das Finale qualifizieren. Besonders ausgeklügelt war unser System, um über die Heuballenbarrikade zu gelangen: Während alle anderen Teams ihre Fahrer in der Schubkarre ausstiegen ließen und die Schubkarre gemeinsam hinüberhoben, wurde Liesbeth einfach übergekippt und lief schildkrötengleich mit der angegurteten Schubkarre über die Strohballen.

Unser Schubkarren-Team mit Likendeeler II

Unser Schubkarren-Team mit Likendeeler II

Das sicherte uns im Finale dann auch einen grandiosen dritten Platz hinter St. Michael und Die Falken. Nächstes Jahr wollen wir dann natürlich mit weiteren Verbesserungen, die wir hier nicht nennen werden, den Sieg! Es stand schon fest, dass wir Hanna auf fiep taufen würden, aber Liesbeth hatte sich durch ihre Krabbeltechnik auch einen Fahrtennamen verdient. Aber ich will noch nicht zu viel verraten.

Trotz des Schubkarrenerfolgs und guter Stimmung im Stamm fand ich den Samstag nicht sonderlich spannend und ich trauerte schon der Action des vergangenen Jahres hinterher („Mittelalter“). Die Jungen von Mori versüßten uns aber den Tag mit ihren Bannerklauaktionen – obwohl sie offiziell nicht teilnahmen. In den Bäumen sitzend, beobachteten sie unser Lagerleben und warteten ziemlich offensichtlich darauf, dass wir unser Stammespaddel (statt Banner!) unbeaufsichtigt ließen, was natürlich niemals der Fall war. Zwar durfte nur nachts und auch nur von Teilnehmern (also Ansgar oder St. Michael) geklaut werden, aber wir ließen den Jungen ihren Spaß. Ich riet ihnen, sich Warnwesten anzuziehen und Sirenen auf den Kopf zu setzen, um noch auffälliger zu sein. Zwar verstanden sie meinen Wink mit dem Zaunpfahl, ihr Versteck in der Hecke war aber auch nicht besser und so schafften sie es nicht, mit unserem Paddel stiften zu gehen. Abends wurde dann jeder noch zum „echten Kerl“: Holzhacken war angesagt und jeder ab Jungpfadfinder durfte auch mal ran.
Unsere Singerunde durfte nur bis 23:00 Uhr gehen, was ich für einen Lagerruhezeitpunkt extrem früh fand. Aber immerhin musste ich keine Nachtwachenschicht übernehmen und konnte durchschlafen. So ein Schlafsack ist etwas Wunderbares nach einem langen Tag…

Pfingstsonntag, 31.05.09

Der Tag begann mit einem Pfingstgottesdienst, bei dem über das Feuer, das der Heilige Geist entbrannt hat, ging. Mir gefiel der Gottesdienst sehr gut: die Lieder waren abwechslungsreich und man konnte sie gut singen (mir sind die Lieder in der Kirche meistens wirklich zu hoch, dafür, dass es früher Morgen ist!), es gab einen Mitmach-Teil und die Predigt war auch alles andere als langweilig. Da es um den Heiligen Geist ging, war ein Feuer angezündet, zu dem jeder ein Holzscheit beschriftete mit Dingen, für die er „Feuer und Flamme“ ist. Diese Holzscheite wurden dann entzündet und als Andenken hatte jeder ein Streichholz bekommen, welches einige in ihr Tuch steckten, andere in ihrer Klufttasche aufbewahren.

Gruppenbild

Gruppenbild 🙂

Mittags wurden dann die Workshops angeboten: Stockbrot backen, Kerzenständer bauen, Minigolf, Lesezeichen basteln, usw. Wir haben den Workshop „Materpfahl“ angeboten, bei dem wir Holzscheite abgeschnitzt haben und sie mit Tusche bunt verziert haben. Das kam bei den Wölflingen wirklich gut an und die Alopex-Wölflinge unseres eigenen Stammes waren sogar so begeistert, dass sie abends noch weitergebastelt haben.

Das Mittagessen (Würstchen und Brot) wurde ziemlich prompt beendet. Und das hatte einen wirklich guten Grund: Eine, genauer gesagt: zwei, Taufen standen an. Hanna hatte sich sicherlich schon sowas in der Richtung gedacht – Liesbeth hingegen war völlig ahnungslos. Hanna wurde geschnappt, in die Schubkarre geschnallt und los ging’s zur Treene. Aus unserer Bank wurde kurzer Hand eine Planke gebaut, über die Hanna gejagt wurde – mit dem Paddel gepiekst. Mit selbigen wurde sie dann auch auf den Fahrtennamen „fiep“ getauft – wer sie schon einmal lachen gehört hat, weiß auch warum! Liesbeth stand schadenfroh daneben und betrachtete das Schauspiel ohne zu ahnen, dass auch sie an diesem Tag einen Fahrtennamen erhalten sollte! Plötzlich wurde auch sie geschnappt und nach alter Piratenmanier über die Planke gejagt. Ihr Fahrtenname lautet nun „turtok“ nach dem Schildkrötenpokemon. Diesen Namen hatte sie sich wirklich verdient nach der Aktion beim Schubkarrenrennen.
Nachdem das geschafft war, ging es dann mit der Pfadiade für die Wölflinge und die Pfadfinder weiter. Jana und turtok waren mit den Wölflingen am Start und fiep, Ruth und ich feuerten Pascal, Lea und Peter an, die als Team an den Wettkämpfen der Pfadfinderstufe teilnahmen. Disziplinen wie Kothe aufbauen, Gummistiefelweitwurf, Kreatives Liedertexten, Halstuchtransport, Riechen, Sägen auf Zeit oder Baumklettern meisterten sie ohne mit der Wimper zu zucken. Ich glaube, die drei hatten genauso ihren Spaß wie die Wölflinge!

Küken

Küken

Abends gab es die „Offenen Töpfe“, zu denen jeder Stamm etwas zu essen beitrug. Jeder hatte so viel gekocht, um seinen eigenen Stamm zu versorgen und alle trafen sich bei der Bühne und jeder konnte mit seinem Teller herumgehen und sich bei den anderen Stämmen bedienen. Unsere Folienkartoffeln mit Sour Cream kamen super an und waren auch bald schon vergriffen. Lecker!
Nach der Siegerehrung (unsere Workshop-Minigolfer (die schon viel zu alt dafür waren) belegten den zweiten Platz und Krebs (Anna-Lena) war die beste im Apfelbeißen bei der Wölflingspfadiade) der Singewettstreit ausgetragen. Die Wölflinge der Meute Alopex traten in der Kategorie „Unter 10 Jahre“ mit dem Lied „Die Lappen hoch“ an: Krebs sang die Strophen, Bea begleitete sie auf dem Kamm, der Rest sang den Refrain mit und ich begleitete sie auf der Gitarre. Sie belegten keinen der ersten drei Plätze – eine schlechte Punktzahl hatten sie dennoch nicht bekommen und Spaß hatten sie wohl allemal dabei. Der erste Platz ging an zwei Wölflinge, die den Peter Fox Hit „Alles Neu“ rappten, als gehörten sie zu den ganz großen. Das war wirklich tierisch amüsant! Dann waren Felsenheimer und Arne jeweils mit ihren selbstgeschriebenen Liedern in der Kategorie „Über 15“ am Start. Die Konkurrenz war groß, aber beide konnten das Publikum begeistern und mitreißen. Während der erste Platz an einen Gaststamm ging, deren Gruppe mit Dudelsack und Trommel den gesamten Platz mit Mittelaltermusik rockte (sehr geil!), konnte Fels den zweiten und Arne den dritten Platz belegen und waren ab da natürlich unsere Helden des Abends. Zum Abendprogramm gehörte auch der Tschaipfad, zu dem eigentlich jeder Stamm seinen Tschai mitbringen sollte, und man so auch die Gebräue der anderen Stämme hätte probieren können. Viele Stämme allerdings haben gar nicht teilgenommen, weil sie ihren Tschai schon am Vortag hatten – schade!
Die Wölflinge und einige Ältere blieben noch zur Feuershow da (die soll gut gewesen sein!), ich allerdings blieb im Lager und riet bei Tschai und Schokolade Black Stories. Noch einmal sollte meine Nachtwache bis zwei Uhr gehen – nach Ablauf dieser Zeit, begab ich mich mit Fels noch einmal in die Oase, wo wir einige bekannte Gesichter trafen und noch ein wenig quatschen konnten. Nachdem Fels uns verlassen hatte, ging auch ich zu Bett. In der Nacht passierte wider Erwarten rein gar nichts – das Paddel und die Banner blieben, wo sie hingehörten.

Netter Versuch, hogan...

Netter Versuch, hogan!

Pfingstmontag, 01.06.09

Letzter Tag in Tydal – heute sollte es nach Hause gehen. Die Wölflinge hatten es am Sonntag geschafft, Elmshorn den Banner zu klauen (corny war da etwas nachlässig) und ausgehandelt, dass bei Rückgabe des Banners Elmshorn beim Kothenabbau helfen müsse. Der Abbau ging relativ schnell, obwohl wir alle ziemlich fertig von der Hitze waren. Ich glaube, dass diejenigen, die zum ersten Mal auf einem Lager waren, erstaunt über den riesigen Abschlusskreis waren: Wie gesagt über 500 Pfadfinder! Dass das Tschüß-Sagen etwas länger dauert, wenn man 500 Hände schüttelt, kann man sich denken, oder?

Mit lieben Worten bedankte sich unser Gast Anka noch einmal für unsere Gastfreundschaft und auch wir hatten viel Spaß mit dir, Anka. Man merkte gar nicht mehr, dass sie eigentlich kein Pfadfinder war, weil sie sich überall mit eingebracht hatte und auf jeden Fall zum Lagerleben beigetragen hatte! (Ich glaub, du darfst wieder mitkommen).

Auf zur Taufe!

Auf zur Taufe!

So ging ein entspanntes Pfingstlager zuende. In unserem Stamm herrschte gute Laune und ich glaub, jeder war ziemlich stolz, Likedeeler zu sein. Die Pfadiade, der Singewettstreit, das Schubkarrenrennen, der Gottesdienst und auch die Workshops waren ausgeglichene Elemente im Programm und jeder ist auf seine Kosten gekommen! Das Pfingstlager haben wir jedenfalls gerockt!

Gut Pfad,

Janika

Fotos gibt’s HIER

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Eine Antwort zu “Pfadiade – Ein olympisches Pfingstlager

  1. Hii ich bin von stamm von Aspern elmshorn jetzt heißt er ja anders

    Schreibt mal und grüßt alle

    Ps mein Pfadfinder name ist Stöpsel

    Gut Pfad

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