Likedeeler

Wer wir sind

Wir sind der Stamm Likedeeler VCP Krempe. Krempe? Das ist keine Weltmetropole und die wenigsten werden diese Stadt zwischen Itzehoe und Glückstadt im Südwesten von Schleswig-Holstein kennen. Aber immerhin reden wir von einer Stadt! Auch, wenn das niemand zu denken vermag, der einmal durch Krempe durchgefahren ist. Doch Krempe besitzt aufgrund seines Alters Stadtrechte und war im Mittelalter sogar einmal dank seines Hafens eine Konkurrenz zu Hamburg. Unsere Hauptattraktion ist vielleicht das alte Rathaus und natürlich unsere Fahnenschwenker, die jährlich auf der Kremper Gilde auftreten. Sehenswert sind noch die Kirche, das Königshaus und der Mühlenberg mit Burggraben und Wasserturm. Spazierengehen kann man ganz gut im Philosophenweg und mit dem Fahrrad ist man innerhalb von höchstens 5 Minuten sogar in den entlegendsten Vierteln der Stadt angelangt. So viel mehr gibt es über dieses beschauliche Örtchen kaum zu sagen. Es ist jedenfalls unsere Heimat und die Kirche der Ort, an dem wir, die Likedeeler, uns wöchentlich zu den Gruppenstunden treffen.

Unser Stammespaddel

Unser Stammespaddel

Den Namen Likedeeler haben wir uns übrigens von einem bekannten Seeräuber abgeguckt. Die Mannschaft von Störtebeker, dem berühmten Hamburger Piraten nannte sich Likedeeler (plattdeutsch für Gleichteiler) und verwies damit auf die sozialen Umstände, die auf dem Schiff herrschten. Ab 1398 ist diese Bezeichnung überliefert und stellte damals einen großen Kontrast zu den an Land herrschenden strengen hierarchischen Strukturen des ständischen Lehnswesens. Die Likedeeler teilten ihre Beute untereinander auf, dabei wurde wenig Rücksicht auf den Rang der Arbeit genommen. Alle erhielten mehr oder minder gerechte Anteile. Außerdem wurde jedem Seemann Mitspracherecht eingeräumt, was zu dieser Zeit eine völlige Ausnahme darstellte. Der Name Likedeeler weist auf Treue und gegenseitige Unterstützung hin. Nur die selbstgewählte Losung des Seeräuberbundes „Gottes Freunde und aller Welt Feinde“ wollen wir so nicht übernehmen, obwohl sie uns sehr stilecht für Piraten erscheint. Bei Wikipedia findet ihr übrigens Einzelheiten über die Likedeeler und Störtebeker.

Wie alles begann…

Mit Gina Jepp, Astrid Drenkhahn, John Lüders und Janika Frunder entstand 2005 eine neue Generation von Betreuern, die auf die in der Gemeinde traditionellen Konfir-Fahrten mitfuhren, um die Pastoren bei ihrer Arbeit mit den Jugendlichen zu unterstützen. Astrid und Janika waren kaum konfirmiert und hatten ihre eigene Konfirfahrt hinter sich, die ihnen allerdings nicht allzu viel Spaß gemacht hatte. Die Hütten in Osterlüchten waren damals noch nicht renoviert, die Betreuer Rebecca und Karen gingen ihnen eher auf die Nerven und das Programm war auch weniger spannend bis auf den Teil, als Schuldbriefe geschrieben und anschließend verbrannt wurden. Man glaubt es kaum, aber es wurde der Fernseher angeschmissen und die „70er Jahre Show“ geguckt. Astrid und Janika hatten den Willen nicht nur herum zu mosern, sondern es besser zu machen und meldeten sich zu einer weiteren Konfirmandenfahrt an, um mit zu helfen. Es blieb allerdings nicht bei einer einzigen. Parallel dazu hatte Pastor Hellmann aus Süderau Gina und John mitgebracht, sodass ein erstes Team der zweiten Generation Helfer entstand. Bald wurde dieser Kreis um weitere Interessierte erweitert und ein Aufschwung in der Jugendarbeit begann. Rainer Jungnickel stieß als Jugendpastor für Kremperheide und Krempe dazu und brachte frischen Wind in gerade wachsende Jugendarbeit.

In Krempe entstand eine Jungschar unter der Leitung von Janika und Astrid, später auch Nele „nöle“ Rath. Diese sprach eine Gruppe von 7-14 Jährigen an und traf sich immer freitags im Gemeindehaus, um zu spielen, zu basteln und zu singen. Oft half auch Rainer aus, um das Programm noch etwas aufzulockern. Das Krippenspiel wurde eingeübt und vor versammelter Gemeinde vorgeführt.

LikeNdeeler bedeutet übrigens Leichenteiler...

LikeNdeeler bedeutet übrigens „Leichenteiler“…

Auch in Kremperheide, einem nahegelegenen Dorf gab es schon ehrenamtliche Helfer und ein Jahr später boten Rainer und Silke Langkau einen Juleica-Kurs an, bei dem viele spätere Pfadfinder dabei waren. Als ausgebildete Gruppenleiter konnten die Teamer auf den Konfirmanden-Fahrten, die weiterhin stattfanden, besser agieren und auch der Jungschararbeit kamen die Fähigkeiten zum Einsatz.

Lea „felsenheimer“ Arndt, Stella Strüven, Nele „nöle“ Rath und Janika und Arne Frunder nahmen 2007 am Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln teil. Dort entstand früher oder später die Idee, einen Pfadfinderstamm zu gründen und die bisherige Jungschararbeit zu beenden. Dies hatte viele Vorteile gegenüber der alten Jungschararbeit: Nachwuchs, altersgerechte Gruppen und Inhalte, internationale Beziehungen, etcpp. Die Methode Pfadfinderei schien uns schlüssig und spannend. Doch erst einmal mussten die zuständigen Pastoren und die Gemeinde von dieser Idee überzeugt werden, denn es war uns klar, dass wir weiterhin eine christliche Jugendarbeit betreiben wollten. Die Pfadfinderei würde uns dabei Methoden, Rahmen, Ziele und Inhalte geben.

Es gab viele Skeptiker, doch was die Pläne vom Mai 2007 angeht: Sie wurden genau einen Monat später, am 23.6.2007 in einer selbstständigen Runde von Helfern und Interessierten umgesetzt: Der Stamm wurde gegründet. Anwesend waren Lea und Bent Arndt, Nele Rath, Gina und Jana Jepp, Arne und Janika Frunder, Alina Krajewski, Yannic Köhler. Wir saßen im Gemeindehaus in der Hökerstraße in Krempe auf dem Fußboden, aßen Kekse, tranken Milch und diskutierten über den zu gründenden Stamm. Wir klatschten Applaus, als wir endlich feststellten, dass hier und jetzt eine neue Ära der Jugendarbeit beginnen würde. Zwar gab es noch keinen Namen und auch keine festen Strukturen, nur die Richtung war schon klar. Man hatte sich viel mit der Pfadfinderei beschäftigt und war sich einig, man wollte christlicher Pfadfinder werden. Als Protestanten trafen wir die Wahl gegen den Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder und für den Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Es sprachen viele Gründe für den VCP und eher wenige für den REGP. So stellten wir unser Konzept den Pastoren der Umgebung vor, welche ziemlich imponiert waren von unserem Tatendrang.

In den Sommerferien wurde mächtig gebüffelt und Kontakte geknüpft. Doch auch beim Ereignis des Jahres, Scouting’s Sunrise, am 1.8.2007 waren wir mit dabei. Wir legten in einem kleinen Kreise unser Pfadfinderversprechen ab und die ersten Halstücher wurden verliehen. Gleichzeitig mit allen anderen Pfadfindern auf der ganzen Welt am Scouting’s Sunrise. Das war ein perfekte Einstieg und gleich nach den Sommerferien ging’s mit den Sippen los. Es wurden fünf Gruppen (Phoenix Süderau, Alopex, Arrakis, Cassiopeia, Schwarzer Milan) gegründet und Vorbereitungen für eine sechste Gruppe in Kremperheide liefen, scheiterten leider schon Anfang 2008. Startschwierigkeiten hatten wir dennoch nicht, wenn man bedenkt, dass wir am 1. September 2007 kollektiv mit zehn Personen auf dem Landesrat III in Kiel auftauchten, um uns vorzustellen und die vorläufige Anerkennung zu bekommen. Im Oktober besuchten Kefin und Jana den Grundkurs des VCP-SH und kamen topmotiviert zurück. Auch das Krippenspiel und den Weihnachtsmarkt ließen wir nicht aus, ein Jugendgottesdienst wurde geplant und einige Anspiele in wichtigen Gottesdiensten vorgeführt. Die Akzeptanz in der Gemeinde wuchs. Und als unser Gemeindehaus verkauft wurde, zogen wir mit um: In die neurestaurierte Kirche. Auf der Empore fanden unsere Gruppenstunden statt und wir nutzten auch den Rasen vor der Kirche: Ein super Platz, um Zelte aufzustellen!

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Bei den Pfadfindern schlafen wir in Jurten und Kothen

Seit Beginn der Stammesarbeit sind wir auch auf Landesebene engagiert und nehmen regelmäßig an Kursen und Seminaren, sowie an Stammesleitungstreffen, Landesräten und Landesversammlungen teil.

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Delegierte auf einem Landesrat 2016 

Quelle: https://vcp-sh.de/index.php/aktuelles/aus-dem-land/104-pfadfinder-diskutieren-landesrat-2-in-hamdorf

 

 

 

 

Weiter in unserer Geschichte geht’s HIER.

… und was wir machen!

Unser Stamm besteht aus nunmehr vier Gruppen aus vier verschiedenen Altersstufen:
Leviathane (Wölflinge), Weiße Haie (Jungpfadfinder), Black Pearl (Pfadfinder) und Schwarzer Milan (R/R).

In unseren wöchentlichen Gruppenstunden lernen wir Pfadfindertechniken, beschäftigen uns mit aktuellen Themen und Projekten und probieren gerne Neues aus. Kluft wird bei uns zu Pfadfinderanlässen immer getragen, sie ist Symbol unserer Gemeinschaft, Arbeitskleidung und nicht zuletzt auch ein Mittel, um soziale Disparitäten zu verdecken, die nicht nur zu Baden-Powells Zeit sondern auch heutzutage eine immer größere Rolle spielen.

Mehr zu den Inhalten der einzelnen Stufen findest du auf der Seite „Stufen„.
Und wenn du wissen möchtest, wie wir dieses Konzept umsetzen, schau doch mal  hier.

Wir engagieren uns aber auch in der Gemeinde: Das Krippenspiel wird von uns ausgerichtet, mindestens einmal im Jahr findet ein Pfadi-Gottesdienst statt, den wir selbst gestalten und für den wir sowohl die Lieder aussuchen als auch die Predigt schreiben. Beim Kremper Flohmarkt sind wir genauso von der Partie wie bei der Gilde. Die Wölflinge fahren zum Kindersommerlager, Jungpfadfinder zum Grünzeug, Pfadfinder zum Grundkurs (Juleica-Ausbildung) und R/R können an verschiedensten Seminaren teilnehmen. Einmal im Jahr steht das Landespfila an, auf das sich alle das ganze Jahr freuen. Die einzelnen Sippen unternehmen Fahrten, Streifen und Sippenabende, nicht selten gibt es Stammesabende und zwei Mal im Jahr gibt’s die Things: Frühlings- und Herbstthing, bei dem jedes Stammesmitglied die Gesinnung des Stammes beeinflussen kann. Regelmäßige Gruppenleiter-Treffen und Stammesräte sorgen für die nötige Kommunikation zwischen den Gruppen und schon früh übernehmen Likedeeler Verantwortung je nach Alter und Reife. Es wird bei uns viel gesungen und gespielt, British Bulldog z.B. ist auf größeren Lagern Standard. Aber auch die christlichen Einheiten kommen nicht zu kurz. Tischgebete und Andachten sind genauso Teil der Lager wie abendliche Werwolfrunden (wenn die Wölflinge schlafen!).

Thinking Day 07

Thinking Day 08

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