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Hajk der Sippe Black Pearl

Ein Hajk. Vielleicht sollte ich erstmal erklären, was das überhaupt ist.
Es gibt mehrere Definitionen des Ganzen, z.B. eine Wanderung, bei der man bestimmte Aufgaben erfüllen muss oder bei der man durch ziehen von Richtungskarten den Weg bestimmt. In unserem Fall haben wir allerdings beschlossen, uns ein Ziel zu setzten und da dann innerhalb von vier Tagen hin zu laufen.

Wir, das heisst: Die Sippenmitglieder Bea, Nico, shanty und Ruth, plus dem Rover crest. Da ist dann zuerst eher Organisation gefragt. Von wo laufen wir los? Wo soll’s hingehen? Was essen wir? Doch nachdem wir uns darauf geeinigt hatten, mit der Bahn nach Neumünster zu fahren und dann zu Fuß weiter nach Kiel zu latschen ging es am 24.07.2013 um 9.30 Uhr los. Rucksäcke wurden gepackt und das Material für die nächsten Tage verteilt. Und schon ging es raus aus unserem Territorium und ab in die Wildnis!

Ein Bild unserer Karte :D

Ein Bild unserer Karte

Nachdem wir in Neumünster einkaufen waren, sind wir mit Karte und Kompass bewaffnet zu Fuß immer weiter nach Norden. Gegen Abend ging es darum, eine Unterkunft zu finden und in dem kleinen Ort Einfeld hatten wir dann Glück. Ein kleiner Reiterhof konnte sich erbarmen uns unser Lager aufschlagen zu lassen und so bauten wir unsere Eigenkonstruktion von Zelt, für die wir bis zu diesem Moment noch keinen Namen gefunden hatten, auf, und ließen die ersten Eindrücke unseres ersten Tages dieser Fahrt Revue passieren. Fazit: So kann es weitergehen!
Doch leider waren wir bei der Planung etwas nachlässig was den Gaskocher anging und hatten keine passende Gaskartusche dabei, was einigen von uns erst später mitbekamen, genauso wie die Tatsache, dass es regnete (“Was?? Es regnet?”) ;D
Aber hart im nehmen, wie wir nun mal sind, gaben wir uns auch mit Käsebrot zufrieden und ließen die Packung Nudeln mit passierten Tomaten erstmal im Rucksack.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter und im Nachhinein trifft wohl der Liedtext des Pfadfinderliedes “Nordwärts, nordwärts” am besten auf den Tag zu. Wir wateten durch Moor und Sümpfe und da wir uns in der Geest befanden waren die Hügel für uns schon fast wie Berge. Abends „legten wir uns zur Ruh’, nachdem die Klampfen leis’ erklungen“ waren.

Doch lassen wir die Metaphern und Parallen mal beiseite: Gegen Mittag waren wir dann schon in Bordesholm, wo wir das Gas-Problem lösten und mit einem Eis in der Hand Pause machten. Dann sind wir vielleicht einen knappen Kilometer gelaufen und haben schon wieder pausiert. Schließlich ist bei der Mittagshitze selbst schlafen anstrengend! Nachmittags ging es ab auf den Eidertalwanderweg. Wir hatten noch viel Zeit und waren höchst motiviert. Also mal eben ca. 100 Meter durch den Fluss waten! 😀
Das klingt vielleicht wenig, aber eins ist sicher: mit Gepäck auf dem Rücken barfuß über Steine zu laufen ist schwieriger als man denkt. Aber auch deutlich lustiger als es sich anhört!

Ein Wunder, dass niemand von uns umgekippt ist :D

Ein Wunder, dass niemand von uns umgekippt ist 😀

Danach fanden wir auch schon einen tollen Schlafplatz in Techelsdorf, wo wir noch einen tollen Tag bei Lagerfeuer und Gesang ausklingen ließen.
Der dritte Tag begann etwas später als der zweite. Wir liefen nach Flintbek, kauften unser neues Lieblingsgericht (Nudeln mit passierten Tomaten) und weiter ging es an der Eider entlang.
Mittagspause, in der wir ein bisschen rum geplanscht haben und Nico die allgemeine Stöckerschlacht angefangen hat (Du wirst NIEMALS gewinnen!!! :P), Lagersuche, Lagerfindung, Kochen, Essen etc pp.

In der letzten Nacht auf einer Pferdewiese kam uns auch einer unserer tierischen Mitbewohner besuchen und hat mal am Essen geschnuppert.  Außerdem kam uns DIE Namensidee für unsere Zeltkonstruktion. Diese Art von Lagerbau heißt ab dem 26.07.2013 nämlich: Umpa Lumpa!
Und obwohl wir alle geschwitzt haben wie die Schlümpfe hatten wir dann noch viel Spaß bei unseren “Scheiß” Gesprächen.
Unser letzter ganzer Tag bestand dann darin die paar Kilometer von Molfsee nach Kiel zu laufen und unseren Pfadfinderfreunden navi und moi als erstes die ganzen Geschichten zu erzählen.
Gemeinsam haben wir dann Munchkin gespielt, Pizza gegessen und die ersten Vorzüge der Zivilisation genossen. So lagen wir Nachts z.B. nicht in Erdlöchern oder wurden von den Mücken aufgefressen, sondern hatten einen schönen, ebenen, sauberen Holzboden als Untergrund.
Morgens dann mit dem Bus zum Kieler Hauptbahnhof und zurück nach Krempe.

Und obwohl wir echt tolle vier Tage erlebt haben, tut es auch immer gut wieder zuhause zu sein, bei seiner eigenen Dusche und dem eigenen Bett.
Zumindest für einen Tag. Eigentlich könnte ich nämlich schon wieder los… 😀

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Bericht: Streife in Herzhorn

Am 14.02.2009 sind wir, die Sippe Arrakis, mit Hanna, Crest, Pascal und Janika nach Herzhorn gehajkt, um dort ein paar Herzhorn die Pfadfinderei näher zu bringen. Wie ihr vielleicht wisst, plant Eva, die ja schon beim Krippenspiel dabei war, einen Stamm in Herzhorn auf zu bauen. Sie hatte ein paar interessierte Konfirmanden eingeladen und zusammen hatten wir eine Schlafnacht geplant.

Teilnehmer der Schlafnacht in Herzhorn :)

Teilnehmer der Schlafnacht in Herzhorn 🙂

Um 13.00 Uhr sind wir in Krempe losgelaufen: Über Süderau und Sommerland nach Herzhorn. Wir haben dafür ungefähr 2 Stunden gebraucht, wobei wir noch 20 Minuten Pause dazwischen gemacht haben, um nicht zu früh anzukommen. Der Weg war sehr entspannt, es war schön an den verschneiten Feldern entlang zu laufen. Hanna und Janika gruben alte Kinderlieder aus und so waren wir stets gut gelaunt. Toll war auch das von Hanna erfundene „Grabenspringen“, wann immer ein Auto kam. Es gab ja keinen Fußweg, sodass wir am linken Straßenrand wandern mussten. Kurz vor Herzhorn haben wir noch eine ganz tolle Brille gefunden, die wir Eva als Gastgeschenk überreichten. Bereits in Herzhorn entbrannte eine riesige Diskussion darüber, ob wir diesen oder jenen Weg zur Kirche wählen sollten. Das war letztendlich egal, weil Herzhorn, genau wie Krempe, winzig klein ist. Gegen 16:00 Uhr kamen wir in Herzhorn an, da die Herzhorn erst gegen Abend kommen wollten, machte die Sippe Arrakis noch ein kleine Gruppenstunde zum Thema WAGGGS/WOSM und guckte einen Film über das Jamboree 2007.
Um 18:00 Uhr kamen dann die Herzhorner und wir spielten ein paar Kennlernspiele („Eva eumelt mit den Beinen“ und „Peter paukt“) und sangen in gemütlicher Runde. Ein Highlight des Abends war übrigens auch Hannas Lache, die sich nach einer Mischung von Meerschweinchen und erstickendem Pudel anhört. (Hanna, ich glaub, das wirst du nie wieder los…) Danach machten wir 3 Workshops über die Pfadfindergesetze, Wölflingsstunde planen und den Pfadfinder. So haben wir den Herzhornern einen kleinen Einblick in unsere Philosophie geliefert.
Nach diesen „angstregenden“ Workshops aßen wir dann zu Abend, was sich als lustig erwies denn nicht jeder isst normalerweise Chips zum Abendbrot!
Dann täuschten wir an, Lieder singen zu wollen und setzten uns alle in einen Kreis auf unsere Isomatten. In Wirklichkeit ging’s aber um unser Schnurrbartopfer Nr. 3! Moi aus Glückstadt war nämlich auch da und wir nutzten die Gelegenheit uns zu rächen mit unserer altbewährten Methode.

Schnurrbartopfer Moi

Schnurrbartopfer Moi

Er hatte nicht nur Svenja beim Friedenslicht gedisst, sondern auch abfällige Bemerkungen über unseren Stamm beim Landesrat IV gemacht – er schrie quasi nach einem Schnurrbart! Wir erfüllten ihm den Wunsch: Ein schicker Schnauzer und eine Monobraue, sowie einige Bartstoppeln an der Stirn!

Nach dem Aufräumen gab’s dann eine kleine Nachtwanderung durch das Dorf, in der Zeit kochten Moi und Janika den Tschai.
Als dann wieder alle vereint waren, wurde Eva das Tuch verliehen in einer feierlichen Zeremonie, bei der auch wirklich alle leise waren.

In der Kirche wurde dann feierlich der Tschai beschwört mit den Worten „Entengrütze“, der Pfadfindertee wurde dann in die Becher eingefüllt und alle tranken von dem Tee und stellten fest, das er sehr gut schmeckte (Natürlich wusste niemand was da wirklich drinnen war; Anmerkung von Janika: Schwabbel! Wie immer!). Nach einer tollen Singerunde wurde die Nacht vorbereitet, was ziemlich spaßig war, da es noch Schlafsack hüpfen gab, Schlafsack verstecken und  zwei Hochzeiten mit  Pastor Markus und den Brautpaaren Lea und Svenja und Keksmonster und Dodo. Irgendwann schliefen sie dann alle ein und wurden von den Handys um 7:00 Uhr morgens geweckt. Widerwillig standen dann alle auf und packten ihre Sachen. Nach dem Warm-Up (Evolutionsspiel!) frühstückten wir. Eva hatte nämlich nicht nur drei Tonnen Schokolade für die Singerunde, sondern auch frische Brötchen vom Bäcker organisiert!

Früüüühstück!!!

Früüüühstück!!!

Um 10:00 Uhr fand dann der Gottesdienst statt, wobei Gina, unser Geburtstagskind, das abends zu uns gestoßen ist, leider schon gehen musste. Der Gottesdienst war interessant, ganz anders als in Krempe. Der Organist war nicht ganz so zufrieden mit dem Gesang bei „Ins Wasser fällt ein Stein“, sodass wir es mehrere Male singen mussten.
Nach dem Abschlusskreis machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Krempe. Svenja ließ sich abholen, weil sie noch bei Kükens Handballspiel zusehen wollte. Die anderen allerdings liefen den Alternativweg über den alten Deich nach Hause. Nach kurzer Zeit setzte leichtes Schneien ein, sodass es ein wenig ungemütlicher war als beim Hinweg. Die letzten fünf Kilometer wurden sämtliche Fahrtenlieder ausgegraben, sodass wir die Strecke ganz einfach abgebummelt sind. Man hat sich vielmehr auf’s Singen als auf’s Wandern konzentriert und nebenbei haben unsere Neulinge auch schöne Lieder gelernt. Bei den Bahnschienen bei Borsfleth allerdings geschah noch etwas Unschönes: Ein Fasan flog gegen die Oberleitungen der Bahn und fiel zu Boden. Wir tauften ihn Uri Geller und als er wieder Richtung Gebüsch flüchtete, hofften wir um sein bestes. Die Tierarztnotrufnummer wird jetzt allerdings einen Platz in unserem Handyspeicher finden! Die letzten paar Kilometer nach Krempe schafften wir dann auch noch und jeder kam erschöpft zu Hause an.

Alles in allem war das Wochenende sehr lustig und kreativ. Es hat uns gezeigt, dass man auch wenn man schon Tuchprüfung gemacht hat, immer noch viel dazu lernen kann und auch immer wieder nette Leute kennenlernen kann.

Hier findet ihr übrigens ein paar Bilder von der Aktion!

Gut Pfad!

Svenja (Arrakis)
Janika (Schwarzer Milan)